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Wissen Sie, wo Guinea (mit
der Hauptstadt Conakry) liegt? Nein? Dann geht es
Ihnen so wie vielen anderen.
Geografie
Umgeben von 6 Nachbarländern
- von Norden nach Süden Guinea-Bissau, Senegal,
Mali, Elfenbeinküste, Liberia und Sierra Leone -
liegt Guinea, das an seiner Westseite von 300 km
nahezu unerschlossener Atlantikküste begrenzt wird,
in Westafrika. Geografisch und klimatisch gliedert
es sich in vier Zonen: die Küstenregion mit tropischem
Seeklima, den Fouta-Djalon (Mittelguinea), das sogenannte
'Wasserschloß' Westafrikas mit einem für Europäer
recht angenehmen, gemäßigten Klima, intensivem Ackerbau
und Viehzucht, das trockene, am dünnsten besiedelte
und sehr arme Oberguinea im Landesinnern mit seiner
typisch afrikanischen rotbraunen Savannen-Landschaft
mit unzähligen Termitenhügeln und das üppig grüne
und feuchtwarme Waldguinea mit Bergen und ursprünglichem
Regenwald.
Jüngere Geschichte
Guinea wurde ab 1900 von Frankreich nach
starkem Widerstand kolonialisiert.
1958 entschied sich Guinea als erste französische
Kolonie für die Unabhängigkeit von Frankreich, was
zur Folge hatte, daß die aufmüpfigen Guineer und
ihr damals blühendes Land von de Gaulle wie auch
von den anderen westlichen Ländern wirtschaftlich
viele Jahre lang vollständig boykottiert wurden.
Das Land suchte daraufhin Anschluß an die Ostblockländer.
Nach 1984 übernahm das Militär die Macht.
Seit 1992 herrscht im Lande formell ein Mehrparteiensystem
mit neoliberaler Marktwirtschaft.
Von Februar 2006 bis März
2007 gab es in Guinea dreimal einen Generalstreik
gegen das System des regierenden Generals Conté.
Initiiert und organisiert vom Dachverband der Gewerkschaften
gab es im ganzen Land Volksaufstände gegen Korruption,
Misswirtschaft, mangelnde Bürgerrechte und für "good
government". Zum ersten Mal hat das Volk einen
Systemwechsel gefordert. Es gab in Conakry und im
Rest des Landes nach Angaben von Gewerkschaften,
der Zivilgesellschaft und den Medien über 200 Tote
als Folge der Streiks. Die Lage ist noch nicht vollständig
zum Guten geklärt, und es stehen dem Land noch
wichtige politische Veränderungen bevor.
Wirtschaftliche Situation
Guinea verfügt über ein reiches
Potenzial an Bodenschätzen wie Bauxit, Diamanten,
Gold, Eisenerz sowie Erdöl, wie auch über beste Voraussetzungen
für eine florierende Landwirtschaft. Da jedoch tropische
Früchte und Gemüse lange Zeit nicht exportiert wurden,
fehlt es an einer großflächig und exportorientiert
angelegten Agrikultur. So kann man im Mai zur Zeit
der Mangoreife in Kindia und Kankan - wo es die
saftigsten und süßesten Mangos von ganz Guinea gibt
- erleben, daß die Straßen regelrecht mit den Früchten
übersät sind und bisweilen - leider - verderben.
Ein Großteil der Bevölkerung
verdient ihren Lebensunterhalt im sogenannten 'informellen
Sektor' - z.B. durch den Straßenverkauf von Früchten
und anderen Waren oder als Schuhputzer u. ä.
In anderer Hinsicht steht
das kleine Guinea, das im Hinblick auf Alphabetisierung
und medizinische Versorgung zu den 'LDC', den 'Least
Developed Countries', also den am wenigsten entwickelten
Ländern der Erde gehört, weltweit an der Spitze
der Gastfreundschaft:
Trotz seiner großen Armut beherbergte es von 1990
bis 2006 mehrere
Hunderttausend von Flüchtlingen aus den benachbarten
Krisengebieten Sierra-Leone, Liberia und Guinea-Bissau
- der Anteil dieser Flüchtlinge an der Gesamtbevölkerung
betrug über 10 % !
Grund genug, diesem kleinen,
tapferen Land etwas auf die Sprünge zu helfen.
Guinea auf einen Blick
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